"Ohrenschmaus" beim 1. Ökumenischen Kirchentag in Berlin
Vom 28.05. bis 01.06. fand in Berlin der 1. Ökumenische Kirchentag statt, die erste gemeinsame Veranstaltung beider christlicher Konfessionen in dieser Größenordnung seit der Reformation.
Dank der guten Kontakte und Freundschaften, die die Gesangsgruppe Ohrenschmaus im Vorjahr bei der Partnerschaftsfahrt des Landkreises Limburg-Weilburg nach Kreuzberg knüpfen konnte, erhielt sie die Möglichkeit, an diesem Großereignis mitwirkend teilzunehmen. Als Vertreter des Partnerkreises des Berliner Bezirks Kreuzberg-Friedrichshain offiziell eingeladen, fand die Gesangsgruppe Aufnahme in das Veranstaltungsprogramm des Kirchentages.
Die Jugendbegegnungsstätte des Bezirks Kreuzberg auf der Halbinsel Stralau gelegen war für 4 Nächte das herrlich gelegene Quartier der Frickhöfer.
Nachdem am Mittwochmittag die Koffer ausgepackt waren, fuhr man in die Stadt, wo die Sänger dem Ökumenischen Eröffnungsgottesdienst vor dem Brandenburger Tor beiwohnten, eine Veranstaltung mit geschätzten 100- bis 150-Tausend Teilnehmern. Auf dem sich anschliessenden "Abend der Begegnung" in der Berliner Innenstadt trat der Ohrenschmaus erstmals musikalisch in Aktion: am Stand der ev. Hephatagemeinde wurde den in der Schlange auf die Würstchen wartenden Besuchern die Zeit mit Liedern der "Comedian Harmonists" verkürzt.
Am anderen Morgen hatten sich die Sänger mit Alexander Langenheld und seiner Frau zu einer Bootsfahrt durch die Berliner Innenstadt verabredet. Alexander hat den Ohrenschmaus beim letzten Treffen in sein Herz geschlossen, und war gerne bereit, den Frickhöfern wieder etwas von seiner geliebten Stadt zu zeigen, deren Geschichte(n) er erzählen kann wie kein Zweiter. Bei herrlichstem Sonnenschein zogen unter fachkundiger Erläuterung des Stadtbilderklärers Herrn Jacob, den er eigens "gebucht" hatte, die Sehenswürdigkeiten Berlins an den Ufern von Spree und Landwehrkanal vorbei und hinterliessen bleibende Eindrücke (sowie einen heftigen Sonnenbrand). Der anschliessende Besuch vom Schlosspark Charlottenburg musste allerdings verschoben werden, da das Mittagessen beim "Italiener" z.T. nach 2 Stunden immer noch nicht auf dem Tisch stand ("Sie sehen doch, dass viel los ist!") und für die Hälfte der Sänger dann ausfiel.
Am Abend wirkte der Ohrenschmaus dann auf dem gemeinsamen Fest des "Männerzentrums" und des "Frauenzentrums" in der Technischen Universität mit. Unter dem Thema "Der Himmel ist offen" gab es Talk, Tanz und Musik, und die Gesangsgruppe brachte zwischen den einzelnen Gesprächsblöcken abwechselnd mit der "Bea-Nyga-Band" musikalische Abwechslung in sehr verkopfte Gesprächsrunden, in denen nach Meinung vieler Zuhörer Probleme eigens herbeigeredet wurden, um sie dann lösen zu müssen. Jedenfalls erntete der Ohrenschmaus für seine Beiträge weit stürmischeren Applaus als mancher der Moderatoren. Die Sänger beschlossen den -musikalisch- erfolgreichen Abend bei einem guten Essen und einem kühlen Bier in einer American-Bar, bevor in der Nacht noch einmal die Funktionstüchtigkeit der Alarmanlage in der Unterkunft getestet wurde.
Am Freitag hatten die Frickhöfer dann einen Einsatz auf dem Messegelände unter dem Funkturm. Unter dem Thema "Heimat Land: Liebenswert-Lebenswert-wie viel wert?" fand ein hochkarätig besetztes Forum statt, u.A. mit dem Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Manfred Kock, dem ehem. Niedersächsischen Ministerpräsidenten Sigmar Gabriel und dem Fraktionsvorsitzenden der CSU im Bayerischen Landtag Alois Glück. Zwischen den einzelnen Gesprächsrunden gab der Ohrenschmaus, "...auch eine Perle des Landes, wie man sie dort nicht unbedingt vermutet." (Zitat Moderator Wolf von Nordheim) Proben seines Könnens: vom geistlichen "I will praise Thee, O Lord" über romantische Volkslieder und das Unterhaltungsrepertoire, bis hin zu einem beeindruckenden "May the Road rise to meet You" als Schluß- und Segenslied. Sowohl von den Forumsteilnehmern als auch vom Publikum ernteten die Sänger großes Lob, da sie sich im Gegensatz zu manchem Redner auf dem Podium bestens auf ihren Auftritt vorbereitet hatten. Nach einer kurzen Pause in einem Rixdorfer Biergarten, gab der Chor noch ein "Platzkonzert" beim "Abendcafe" der ev. Hephatagemeinde in Neukölln. Diese Veranstaltung war ein gemeinsamer Tagesausklang der Gemeinde mit ihren Kirchentagsgästen. Auch hier zog der Ohrenschmaus nochmal alle Register und erfreute Gäste und Gastgeber mit Kostproben aus allen Sparten seines Repertoires.
Am Samstagmittag holte man das Versäumte mit Alexander Langenheld nach: in einem zweistündigen gemütlichen Spaziergang
zeigte er den Westerwäldern Schloß und Park Charlottenburg, sowie das Mausoleum der berühmten preußischen Königin Luise mit seinen bildhauerisch einzigartigen Marmorsarkophagen. Sein unglaubliches Wissen gemischt mit einer Portion Anekdoten aus der Geschichte ergaben eine Führung, die man sonst so in Berlin sicherlich nicht buchen kann. Man verabschiedete sich voneinander nicht ohne das Versprechen, sich beim nächsten Berlinbesuch wiederzutreffen und "sich wieder zu vertragen!".
Danach fuhren die Sänger zum Olympiastadion, denn Anke Stark vom Bezirksamt Kreuzberg-Friedrichshain hatte es tatsächlich geschafft, noch Karten für das DFB-Pokalfinale FC Bayern-1.FC Kaiserslautern zu besorgen. das Stadion ist zwar noch Baustelle, lässt aber schon erkennen, welche Atmosphäre herrschen wird, wenn in 3 Jahren dort das Endspiel der WM 2006 vor 80.000 Zuschauern stattfinden wird. Die Fans beider Finalisten sorgten vor, während und nach dem Spiel für riesige Stimmung in dem weiten Oval, und als die Münchner das Double perfekt gemacht hatten, gab es für die Bayern-Fans (auch die des Ohrenschmauses) kein Halten mehr. Beim Verlassen des Stadions traf man übrigens noch "Kaiser Franz", war aber zu überrascht, um den Fotoapparat zu zücken. Den letzten Abend der Fahrt verbrachte man im Quartier. Auf der Terrasse am Spreeufer wurden bis in den frühen Morgen noch ein paar Bierchen verzapft, bevor es nach kurzem Schlaf um halb neun früh zum Bahnhof ging, wo der Zug nach Hause wartete.
Besonders schwer fiel der Abschied von Anke Stark, die die Fahrt des Ohrenschmaus vor Ort vorbereitet und begleitet hatte.
Sei es die schwierige Quartiersuche, der Transport von und zum Bahnhof, der Kontakt zur Hephata-Gemeinde (die die Sänger nächstes Jahr schon wieder einladen will), oder auch die Karten für's Fußballspiel: ohne ihr Engagement wäre die Fahrt so nicht möglich gewesen. Dafür gilt unser herzlicher Dank, ebenso für die zahlreichen gemeinsam verbrachten gemütlichen Stunden.
Ein Wiedersehen ist geplant - entweder in Berlin oder in Frickhofen. Nach 4 1/2 Tagen voller Eindrücke der verschiedensten Art traf der Ohrenschmaus dann am Sonntagmittag wieder in der Heimat ein.
(Dieser Artikel erscheint wahrscheinlich demnächst in der Dornburg-Rundschau)
Am ICE-Bahnhof in Limburg
Von Links nach rechts:
Thomas Langer, Uli Weier, Thorsten Laux, Patrick Brötz, Christian Hauptmann (unser Ehrendirigent, der uns unterstützte, da einige Sänger nicht mitfahren konnten), Klaus Stähler, Andreas Lixenfeld und Thoams Stähler.
Nicht zu sehen: Tobias Langer (Fotograph)

Das Wetter erlaubte uns immer ein Frühstück im Freien
Ohrenschmaus beim Eröffnungsgottensdienst zusammen mit mehr als 100.000 Christen
Spreerundfahrt mit unserem Freund Alexander Langenheld und Frau
Gemütliche Beisammensein nach einem anstrengenden Tag. In der Mitte: Anke Stark, die gute Seele während unserer Berlinfahrt

Mitwirkung beim Forum: "Heimat Land: Liebenswert-Lebenswert-wie viel wert?"
Auf dem Kirchentagsgelände der Messe
Besichtigung von Schloss Charlottenburg mit Alexander Langenheld und Frau
Vor dem Olypiastadion
Beim DFB-Pokalendspiel: Die Begeisterung war groß
Nach dem Pokalendspiel wurde kräftig gefeiert, was eine ruhige Heimfahrt zur Folge hatte.
Alles hat ein Ende, nur...